Kategorie: Hauptsitz und Büros
HYPO ALPE ADRIABANK HEADQUARTERS

UDINE - ITALIEN

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Es sieht ganz so aus, als ob Thom Mayne und das Morphosis Team, Los Angeles, das Konzept des Dekonstruktivismus noch nicht aufgegeben haben.

Im Sitz der Generaldirektion des Kärntner Kreditinstituts Hypo-Bank Italien in Feletto Umberto, im Gemeindegebiet von Tavagnacco, Udine, schneiden sich die Formen des Morphosis Teams wie mit dem Skalpell die Umgebung ein. Formen, die eine strukturelle Morphologie zeichnen, die deutlich in eine Umgebung eingesetzt ist, die durch den Streckenverlauf der Autobahn und das schon bestehende Direktionalgebäude vorgegeben sind.

Die Einbeziehung des Projekts in eine Umgebung, die zur Wertimplementierung bestimmt ist, wird durch einen gestiegenen wirtschaftlich- finanziellen Wert des Bankkapitals begründet und steigt aus diesem Grund zur Ikone hinauf, die den "Monumentalwert" der Architektur - um einen von Guido Nardi geprägten Ausdruck zu verwenden - gut interpretiert, so wie es die Bauherren verlangt hatten.
Eine Verbindung zwischen Architektur und Unternehmen, so wie es für die Headquarters von Klagenfurt und Zagreb schon experimentiert worden war, wo das gleiche Kreditinstitut den Architekten Thom Mayne, Gründer des Morphosis Teams von Los Angeles und Gewinner des Pritzker Preises 2005, ebenfalls mit der Planung beauftragt hatte.

Das Bauwerk gliedert sich in einen Gebäudekomplex mit lang gestreckten niedrigen Flügeln, die aus dem Zentralgebäude hervortreten, das sich hoch in der Landschaft aufrichtet und auf acht überirdischen Etagen und einem unterirdischen Geschoss mit Tiefgarage und technischen Räumen entwickelt.

Die Zusammensetzung von Räumen und Volumen folgt drei grundlegenden Konzepten, die von der Analyse des gesellschaftlichen Lebens des Gebäudes bis zur Festlegung des funktionellen Programms (Arbeit, Erholung, Freizeit etc.) gehen, das dazu bestimmt ist, die zwischenmenschlichen Beziehungen zu fördern, über die Studie der Verbindungswege, die in der Horizontalen und Vertikalen die Verbindungen kennzeichnen, die im Geflecht der Brücken, Stege, Treppen und Aufzüge zusammenfließen, um zum Büroraum als Ort des Wohlergehens, der Produktivität und der Gratifizierung der Benutzer zu führen.
Zum Gebäudekomplex gehörten die Bankzentrale, der Direktionalbereich mit einem Archiv, ein Kongresszentrum mit dem Hauptsaal und drei Nebensälen, ein öffentliches Hallenband mit zwei Schwimmbecken, für das Publikum reservierte Räume und Ergänzungsräume, wie die Umkleidekabinen und die Rezeption, ein Fitness-Center, ein Kindergarten mit einem dazugehörigen Garten. Die beiden Hauptfassaden der Generaldirektion sind voll verglast, während sich an den Enden des West- und Ostflügels Sicherheitstreppen befinden. In der Nordfassade ragt in der Mitte der doppelstöckige Sitzungsraum (sechste und siebte Etage) hervor und bietet einen beeindruckenden Ausblick auf das Gebirge.

Die Geschwindigkeit und Dynamik, die von der geschwungenen Segelstruktur ausgeht, haben die Bewegungen von Erdreich und Grasflächen inspiriert, die mit um 30° geneigten Böschungen im Dialog stehen, auf die Blumen in der blauen Farbe der Corporate Identity von Hypo Alpe-Adria-Area gepflanzt werden, in einem Spiel, das nachts durch die Beleuchtung noch verstärkt wird.
Das durch den Wettbewerb ausgewählte Projekt stammt von Karin Elzenbaumer, Sebastian Gretzer und Veronika Reiner von Freilich Landschaftsarchitektur, Meran.

Vom technologischen Gesichtspunkt her hat das Gebäude eine tragende Rahmenstruktur aus Stahlbeton mit dem Vorhandensein von Versteifungs- und Verstrebungswänden, wobei die Struktur im Bezug zur vertikalen Achse der Nord- und Südwände einem um 14° geneigten Verlauf aufweist. Insbesondere bestehen die vertikalen Pfeiler bis zum sechsten Stock aus Stahlbeton, während die schräg stehenden Pfeiler und alle Pfeiler der siebten Etage aus Profilstahl sind. Die Etagendecken bestehen aus Deckenplatten mit Styroporelementen zur Gewichtsverringerung, mit Ausnahme einiger kleinerer Teile, wo aus geometrischen und strukturellen Erfordernissen einteilige Ortbetondecken gegossen worden sind.

Im siebten Geschoss ist ein Teil der Decke architektonischer Erfordernissen wegen aus Stahl und Glas angefertigt worden. Im Gebäude selbst wurde die verlangte große Anpassungsfähigkeit in der "Horizontalen" in Gezas Entwurf durch einen genauen Bezug zwischen Schreibtischen, Inseln, Datennetzen und Lichtpunkten erhalten, während vertikal ein schneller Wechsel auf den Etagen durch ein rationelles System zur Verschiebung von Trennwänden und Schrankelementen gegeben ist.

Eine grundlegende Phase war die Identifikation der Unterstützungs- und Dienstbereiche für die Büros gewidmet. Die siebte und letzte Etage für das Spitzenmanagement und die Repräsentationsbereiche wurde von den Architekten auf eine teilweise abweichende Weise behandelt, wobei die Konzepte der Rationalität, der Strenge und der Modularität allerdings beibehalten wurden, weil diese außerdem ideell die Unternehmensziele des Bauherrn selbst darstellen. Diese gleichen Konzepte waren auch für die Wahl der Werkstoffe bei der Innenausstattung maßgebend, wo der weiße Putz der schräg stehenden Trennwände mit dem Grau des geglätteten Betons der strukturellen Elemente und dem Doppelboden aus Feinsteinzeug Pietra di Bedonia der Kollektion New Stone von GranitiFiandre im Kontrast steht.

Im Osten liegt die Fläche, die den Topmanagement mit den Direktionsbüros, den Sekretariaten und den Dolmetschern (eine Teil davon in der Rezeption), den Warteräumen und Meeting Rooms gewidmet ist. Im Westen liegt der große Sitzungssaal mit den Räumen für das Foyer, den Mini-Meeting Rooms, den Gästetoiletten, der Küche, sowie ein großer Essraum, teils bedeckt und teils im Freien.

Gezas Projekt des Office Space Planning mit insgesamt 16.000 qm Bürofläche hat es gestattet, 80 Arbeitsplätze mehr zu schaffen, als der Bauherr ursprünglich vermutet hatte.

Rossella Mombelli
Auszug aus Materia n°56 - TRASPARENCIES

HYPO ALPE ADRIABANK HEADQUARTERS UDINE - ITALIEN

Jahr: 2006
Kunde: Hypo Alpe-Adria Bank S.p.A Italia
Büroarchitektur: Morphosis, Thom Mayne, FAIA Geza, Stefano Gri, Piero Zucchi
Produkte: Pietra di Bedonia



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